Woher kommt eigentlich das Longboarden?
Longboarden entstand in den 1950er Jahren auf Hawaii. Als das Meer zu ruhig war und Surfer trotz allem ihre Moves üben wollten, brachten sie das Wellenreiten kurzerhand auf den Asphalt und montierten Räder unter verkürzten Surfbrettern. Das “Asphaltsurfen” war geboren.
Dass der Ursprung des Longboardes im Surfen liegt, erkennt man heute noch an der Form vieler Boards, die einem Surfbrett sehr ähnlich sind. Mit der Zeit wurden die modifizierten Surfbretter immer weiter an den Einsatz auf der Straße angepasst und mit passenden Rollen und Achsen ausgestattet. So entstanden die ersten Rollbretter, aus denen sich später auch das Skateboard entwickelte.
In den 1970er-Jahren erlebte das Longboarden durch den Einfluss der Snowboard-Kultur einen neuen Boom. In dieser Zeit entwickelten sich auch verschiedene Disziplinen wie Downhill oder Dancing, die das Longboarden bis heute prägen.
Longboard Dancing
Longboard Dancing ist stark vom Surfen auf Longboards inspiriert. Diese Surfboards können mehrere Meter lang sein und um kleine Wellen zu surfen, bewegen sich Surfer auf dem Brett, verlagern ihr Gewicht und bleiben so in Bewegung. Dieser Stil wurde auf den Asphalt übertragen - und daraus entstand Longboard Dancing.
Was es so besonders macht? Die Verbindung von Sport, Tanz und kreativem Ausdruck. Fahrer*innen kombinieren Schrittkombinationen, Drehungen, Tricks und Freestyle-Elemente zu fließenden Bewegungen. Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um Stil, Balance und persönliche Freiheit. Ziel ist es, fließende, ästhetische Bewegungen aud dem Board auszuführen.
Dabei gibt es keine festen Regeln: Jeder entwickelt seinen eigenen Stil. Kreativität und Individualität stehen ganz klar im Vordergrund. Diese Offenheit macht Longboard Dancing weltweit beliebt. In Städten wie Paris oder Seoul haben sich lebendige Communities gebildet, mit Events wie „So… You Can Longboard Dance?“
Kurz gesagt: Longboard Dancing ist mehr als ein Sport – es ist ein Lebensgefühl.
Das richtige Longboard
Für Longboard Dancing eignen sich besonders sogenannte “Dancer Boards”. Diese sind in der Regel länger und flexibler als klassische Longboards. Die Flexibilität sorgt dafür, dass sich elegante Schwünge und geschmeidige Tanzbewegungen leichter ausführen lassen.
Da sich die Anforderungen an Dancer Boards im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben - unter anderem auch durch den Wunsch, auch Tricks ausführen zu können - wurden viele Modell mit Kicks ausgestattet. Heute gibt es eine große Vielfalt an Dancer Boards:
Einige besitzen Kicks an Nose und Tail, andere sind symmetrisch aufgebaut, manche verfügen über ein einzelnes Kicktail und viele sind komplett flach und erinnern optisch stark an Surfboards.
Eine Auswahl an Dancer Boards findest du hier.
Tricks und Steps
Longboard Dancing erfordert Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Koordination. Ziel ist es, verschiedene Tanzschritte, Drehungen und Tricks zu einer fließenden Performance zu verbinden.
Hier unsere Top 5 Tricks und Steps:
Cross Step: Wie der Name schon sagt, basiert dieser Trick auf überkreuzten Schritten auf dem Board. Starte in einer bequemen und stabilen Ausgangsposition. Stelle deinen vorderen Fuß nah an den hinteren und verlagere dein Gewicht kontrolliert nach vorne. Setze nun den hinteren Fuß in einer schnellen Bewegung vor den vorderen und bringe anschließend den anderen Fuß wieder nach vorne. Danach führst du die Bewegung in die entgegengesetzte Richtung aus, sodass du am Ende wieder in deiner Ausgangsposition stehst.
G-Turns: Bei den G-Turns wird das Board um die eigene Achse gedreht. Dabei verlagerst du dein Gewicht auf die vordere Nose, sodass sich die hintere Achse leicht vom Boden abhebt. Mit einer Drehbewegung wird das Board anschließend herumgeschwenkt. Nach der Drehung verlagerst du dein Gewicht auf die andere Nose, um direkt die nächste Drehung einzuleiten. Es gibt verschiedene Varianten dieses Tricks – zum Beispiel mit Richtungswechsel oder indem nur das Board unter dem Fahrer rotiert.
FS 360 Pirouette: Dieser Trick erinnert optisch an eine Ballerina, die sich auf den Zehenspitzen um 360 Grad dreht. Auch hier startest du in einer entspannten Ausgangsposition.
Setze deinen vorderen Fuß parallel zum Board und hebe die Ferse leicht an. Drehe dich nun um 360 Grad in die Richtung, in die dein vorderes Bein zeigt. Nach der Drehung landest du wieder in der Ausgangsposition und kannst entspannt weitercruisen.
Peter Pan: Der Peter Pan ist einer der bekanntesten und am häufigsten ausgeführten Tricks im Longboard Dancing. Er eignet sich besonders gut für Anfänger, da er keine Vorkenntnisse anderer Tricks erfordert. Dabei bewegst du deinen Körper seitlich über das Board, überkreuzt die Beine und stellst die Füße möglichst parallel. Die Bewegung lässt sich mehrmals wiederholen und sieht – einmal sauber ausgeführt – extrem stylisch aus .Achte darauf, deine Arme zum Balancieren auszustrecken und dein Gewicht auf dem Fuß zu halten, der sich näher an der Boardmitte befindet. Am Ende des Boards setzt du zuerst den vorderen Fuß auf und ziehst anschließend das hintere Bein schnell wieder in die Ausgangsposition zurück.
Ghostride: Der Ghostride ist etwas anspruchsvoller und erfordert Geduld sowie Übung. Stelle deinen vorderen Fuß mittig und parallel zur Boardkante, also mit der Fußspitze nach vorne, auf das Longboard. Ziehe anschließend den hinteren Fuß nach vorne und setze ihn auf die Straße - ja, genau, auf die Straße. Der Fuß auf dem Board schiebt dieses leicht nach vorne, damit es in Bewegung bleibt. Danach springst du wieder auf das Board zurück und landest in der Ausgangsposition.
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